„Search Engine Optimization“ klingt nach Weltmarkt. Für die meisten Beratungspraxen bedeutet SEO auf Deutsch etwas viel Bescheideneres: in der eigenen Stadt und im Umkreis von fünfzig Kilometern gefunden werden, wenn jemand „Mediator Mainz“ oder „Nachfolgeberatung Rheinhessen“ sucht. Dafür gelten eigene Regeln — und die sind einfacher als alles, was Ihnen eine Agentur erzählt.

Warum die regionale Suche für Berater entscheidend ist

Mediation, Steuerberatung, Nachfolgeberatung: Fast alle Klienten wollen jemanden, den sie treffen können. Google weiß das und zeigt bei solchen Suchen zuerst die Karte mit drei Einträgen, darunter die regionalen Websites. Wer dort steht, bekommt die Anfrage. Wer bundesweit auf Position 8 steht, bekommt nichts — und das ist gut so, denn Sie wollen keine Anfrage aus Flensburg.

1. Das Google-Unternehmensprofil

Kostenlos, in einer Stunde eingerichtet, und für die regionale Suche wichtiger als Ihre gesamte Website. Was hineingehört:

  • Kategorie so genau wie möglich: „Mediator“, nicht „Berater“.
  • Adresse und Öffnungszeiten — auch wenn Sie nur nach Termin arbeiten: dann „nach Vereinbarung“.
  • Fotos von Ihnen und Ihren Räumen. Keine Stockfotos, keine Logos.
  • Leistungen als Liste, in der Sprache der Klienten: „Mediation bei Trennung“, nicht „Familienmediation nach § 1 MediationsG“.
  • Beiträge — ja, das Profil hat einen eigenen Beitragsbereich. Einmal im Monat der Link zu Ihrem neuesten Blogbeitrag reicht.

2. Bewertungen

Die zweitwichtigste regionale Währung. Nach jedem abgeschlossenen Mandat, bei dem es passt, eine kurze, persönliche Bitte: „Wenn Sie mit der Zusammenarbeit zufrieden waren, hilft mir eine Bewertung bei Google.“ Kein Anreiz, keine Vorlage, kein Druck. Zehn echte Bewertungen in einem Jahr sind mehr, als die meisten Praxen haben.

Für Mediatoren gilt eine Besonderheit: Klienten kommen zu zweit und in einem Konflikt. Bitten Sie beide, oder keinen.

3. Der Ortsbezug auf der Website

Google muss aus Ihrer Website lesen können, wo Sie sind. Drei Stellen:

  • Startseite und Kontaktseite: Stadt und Region im Text, nicht nur im Impressum. „Mediation in Mainz und Rheinhessen“ als Satz, nicht als Keyword-Liste.
  • Ein Beitrag mit regionalem Thema, wenn es eins gibt: das Familiengericht vor Ort, die Handwerkskammer, der regionale Unternehmerverband. Nicht erfinden — nur, wenn Sie wirklich etwas dazu zu sagen haben.
  • Strukturierte Daten (schema.org `LocalBusiness`): Yoast setzt sie, wenn Sie in den Einstellungen Adresse und Typ eintragen. Fünf Minuten.

4. Verzeichnisse — mit Maß

Kammer, Berufsverband, das Verzeichnis des Bundesverbands Mediation: ja, weil sie echte Verweise sind. Portale mit Monatsgebühr, die „Premium-Sichtbarkeit“ versprechen: nein. Sie verkaufen Ihre Anfrage an den Nächsten weiter.

5. Was nicht funktioniert

  • Zwanzig Städte im Umkreis als Keywords auf einer Seite. Google erkennt das, Klienten auch.
  • Eine Unterseite je Stadt mit demselben Text und ausgetauschtem Ortsnamen. Das war 2015 und ist heute ein Grund für Abwertung.
  • Bewertungen von Kollegen, Familie, Mitarbeitern. Google findet die Muster, und es ist außerdem berufsrechtlich heikel.

Ehrlich gesagt

Regionale Suche ist der Bereich, in dem kleine Praxen große gewinnen. Das Unternehmensprofil und zehn echte Bewertungen schlagen jede Agentur-Kampagne — weil Google bei „Mediator Mainz“ nicht die größte Praxis zeigt, sondern die glaubwürdigste. Dazu braucht es dann eine Website, die hält, was das Profil verspricht: aktuell, in Ihrer Stimme, mit Antworten auf die Fragen, die Klienten stellen. Wie die entsteht: Suchmaschinenoptimierung Schritt für Schritt — oder mit Content Butler, wenn jemand anderes schreiben soll.

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