Suchmaschinen-Marketing hat zwei Hälften: bezahlte Anzeigen (SEA) und organische Sichtbarkeit durch Inhalte (SEO). Für Beratungspraxen wird die Frage meist so gestellt: Soll ich Google-Anzeigen schalten? Die ehrliche Antwort ist: manchmal, kurz, und nie anstelle von Inhalten. Hier die Rechnung und die Regel, wann was passt.
Wie Anzeigen für Berater funktionieren
Jemand sucht „Mediator Mainz“. Über den organischen Ergebnissen stehen bis zu vier Anzeigen. Sie zahlen, wenn jemand klickt — für Beratungsberufe zwischen zwei und acht Euro je Klick, in umkämpften Städten mehr. Von hundert Klicks werden vielleicht drei zur Anfrage, von drei Anfragen eine zum Mandat. Das ist ein Mandat für 200 bis 800 Euro Anzeigenbudget — bei einem guten Mandatswert tragbar.
Der Haken: Die Rechnung gilt nur, wenn die Seite hinter der Anzeige hält, was sie verspricht. Wer auf „Mediator Mainz“ klickt und eine Startseite von 2021 mit einem Stockfoto und „Willkommen“ findet, geht wieder. Dann sind es hundert Klicks, null Anfragen, 500 Euro weg.
Wie Inhalte funktionieren
Ein Beitrag, der die Frage „Wer zahlt die Mediation bei Trennung?“ beantwortet, kostet einmal drei Stunden (oder einen Bruchteil davon mit System) und bringt danach über Jahre Besucher — ohne Klickpreis. Nach sechs bis zwölf Monaten, mit zwanzig solchen Beiträgen, kommt eine Praxis auf dieselben Anfragen wie mit Anzeigen, nur dass die Kosten gegen null gehen und mit jedem Beitrag sinken.
Der Haken: Es dauert. Wer heute anfängt, sieht im Frühjahr die ersten Ergebnisse. Und es hört nicht auf — ein Blog, der ein Jahr lang nicht gepflegt wird, verliert wieder.
Die Regel
Inhalte immer. Anzeigen manchmal. In dieser Reihenfolge:
- Erst die Seiten, auf die eine Anzeige führen würde. Startseite, Leistungsseite, drei bis fünf Beiträge zu den häufigsten Fragen. Aktuell, mit Ihrem Foto, mit einem klaren nächsten Schritt.
- Dann Anzeigen als Brücke — in den ersten sechs Monaten, bis die Inhalte tragen. Kleines Budget, nur die eigene Stadt, nur zwei, drei Suchbegriffe mit klarer Absicht („Mediator + Stadt“, nicht „Mediation“).
- Anzeigen abschalten, wenn die Inhalte tragen. Das ist der Punkt, an dem die meisten Agenturen widersprechen werden, weil ihr Honorar am Budget hängt.
Wann Anzeigen sich lohnen
- Praxis neu eröffnet, Website steht, Inhalte fehlen noch.
- Ein neues Angebot, für das es noch keine organische Sichtbarkeit gibt.
- Eine Stadt, in der die Konkurrenz die organischen Plätze fest besetzt hat.
Wann sie Geld verbrennen
- Die Zielseite ist nicht vorbereitet (siehe oben).
- Der Suchbegriff ist zu allgemein: „Mediation“ bringt Studierende und Journalisten, „Mediator Erbstreit Mainz“ bringt Klienten.
- Niemand schaut nach vier Wochen, was die Klicks gebracht haben. Ohne Zahlen läuft jede Anzeige zu lange.
Die Rechnung für ein Jahr
Anzeigen allein: 500 Euro im Monat, 6.000 im Jahr, Ergebnisse nur, solange gezahlt wird. Inhalte allein: 24 Beiträge, selbst geschrieben rund 70 Stunden, mit System 199 Euro im Monat — Ergebnisse ab Monat sechs, danach steigend, dauerhaft. Beides kombiniert, Anzeigen nur die ersten sechs Monate: 3.000 Euro plus Inhalte, und ab Monat sieben trägt die Website allein.
Ehrlich gesagt
Suchmaschinen-Marketing für eine Beratungspraxis ist zu 90 Prozent Inhalt und zu 10 Prozent Anzeigen — und die 10 Prozent nur am Anfang. Wer das umdreht, mietet Sichtbarkeit, statt sie zu besitzen. Wie die 90 Prozent entstehen: Suchmaschinenoptimierung Schritt für Schritt und Was ist SEO-Optimierung?. Wer sie nicht selbst schreiben will: Content Butler · Preise
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