„Kanzleimarketing“ ist das Wort, unter dem Steuerberater, Anwälte und Wirtschaftsprüfer nach Antworten suchen — und das Mediatoren und Berater eher meiden, weil es nach Rechtsweg klingt. Die Aufgabe ist für alle dieselbe: Menschen, die eine Beratung brauchen, sollen Sie finden, Ihnen vertrauen und anrufen. Dieser Beitrag zeigt, was in beratenden Berufen wirkt, was das Berufsrecht erlaubt und wo das Geld verschwendet wird.
Wie Klienten heute eine Beratung finden
Der Weg ist fast immer derselbe: Ein Problem taucht auf — die Trennung, der Erbstreit, die Betriebsprüfung, die Nachfolge. Die Person googelt die Frage, nicht den Beruf. Sie liest zwei, drei Beiträge. Sie fragt jemanden im Bekanntenkreis, ob er den Namen kennt. Sie sieht sich das LinkedIn-Profil an. Und dann ruft sie an — bei der Person, deren Beitrag sie gelesen hat und die ihr am wenigsten fremd ist.
Kanzleimarketing heißt, an jedem dieser Punkte da zu sein. Die meisten Praxen sind es an keinem.
Was das Berufsrecht erlaubt
Für Anwälte (§ 43b BRAO) und Steuerberater (§ 57a StBerG) gilt: Werbung muss sachlich sein und über die berufliche Tätigkeit informieren. Reißerisches ist untersagt. Für Mediatoren gilt das Mediationsgesetz mit Anforderungen an Ausbildung und Neutralität, aber keine Werbebeschränkung im engeren Sinn.
Praktisch heißt das: Ein Fachbeitrag, der eine Frage beantwortet, ist erlaubt und erwünscht. Ein Erfolgsversprechen („Wir gewinnen Ihren Fall“) ist es nicht. Das trifft sich gut — das Erste wirkt, das Zweite nicht.
Die vier Bausteine, die wirken
1. Die Website als Fachquelle. Nicht als Visitenkarte, sondern als Sammlung von Antworten auf die Fragen Ihrer Klienten. Zwanzig bis fünfzig gute Beiträge zu Ihrem Thema, gepflegt, aktuell. Das ist die Grundlage für alles andere — und der Baustein, an dem die meisten Praxen scheitern, weil er nie fertig ist. Wie man ihn aufbaut: Blog erstellen als Mediator oder Berater.
2. Die eigene Person. Foto, Werdegang, Haltung. Klienten beauftragen keine Praxis, sondern einen Menschen. Ein Autorenprofil unter jedem Beitrag, eine Über-mich-Seite, die nicht nach Lebenslauf klingt.
3. LinkedIn als Empfehlungsmaschine. Nicht, weil dort Klienten suchen, sondern weil dort die Empfehler sind. Ein Beitrag pro Woche, in eigenen Worten. Mehr dazu: LinkedIn für Berater und Mediatoren.
4. Google-Unternehmensprofil und Bewertungen. Kostenlos, in einer Stunde eingerichtet, für lokale Suchen entscheidend. Bewertungen bitten Sie nach jedem abgeschlossenen Mandat aktiv an — sachlich, ohne Anreiz.
Wo das Geld verschwendet wird
- Anzeigen ohne Fachinhalt. Wer auf eine Anzeige klickt und eine Website ohne Antworten findet, geht wieder. Anzeigen funktionieren erst, wenn Baustein 1 steht.
- Die Website alle drei Jahre neu bauen. Neues Design, alte Inhalte. Das ist das teuerste Ritual im Kanzleimarketing.
- Portale und Verzeichnisse mit Monatsgebühr. Sie verkaufen Ihre Sichtbarkeit an den Nächsten weiter.
- Hundert Beiträge in einem Jahr. Masse ohne Stimme wird seit 2026 von Google abgewertet. Zwei gute im Monat schlagen zehn beliebige.
Der Aufwand, ehrlich gerechnet
Kanzleimarketing, das wirkt, kostet entweder Zeit oder Geld — nie nichts. Selbst gemacht: ein Arbeitstag im Monat für zwei Beiträge, LinkedIn und Pflege. Agentur: 800 bis 2.500 Euro im Monat, meist ohne Bestandspflege. System mit eigener Stimme: 199 Euro im Monat und zehn bis zwanzig Minuten Freigabe — oder 499 Euro, wenn jemand anderes die Freigaben übernimmt. Der Vergleich im Detail: Agentur beauftragen oder selbst machen?
Ehrlich gesagt
Es gibt Praxen, die nie Marketing gemacht haben und trotzdem voll sind — durch dreißig Jahre Empfehlungen. Wenn Sie zu denen gehören, brauchen Sie diesen Beitrag nicht. Für alle anderen gilt: Die Website ist der einzige Kanal, der Ihnen gehört, der nachts arbeitet und der über Jahre trägt. Alles andere ist Verstärkung.
Bei einer Mediationspraxis, die wir betreuen, wurden aus einzelnen Anfragen im Monat fünf in der Woche — nicht durch Anzeigen, sondern durch einen gepflegten Bestand und regelmäßige Beiträge in der Stimme des Inhabers. Das ist der ganze Trick. Es gibt keinen anderen.
Häufige Fragen
Darf ich als Anwalt oder Steuerberater bloggen?
Ja. Sachliche Fachinformation ist ausdrücklich erlaubt. Vermeiden Sie Erfolgsversprechen und Vergleiche mit Kollegen.
Brauche ich eine Marketingagentur?
Nicht für die Website. Was Sie brauchen, ist Kontinuität in Ihrer Stimme — siehe den Vergleich oben.
Was bringt SEO für eine Praxis?
Alles, wenn es die Pflege des eigenen Inhalts meint. Nichts, wenn es Tricks meint. Was ist SEO-Optimierung?
Kann KI meine Beiträge schreiben?
Mit Ihrer Stimme und Ihrer Freigabe ja. Ohne beides entsteht das, was Google seit 2026 abwertet. ChatGPT-Texte für Ihre Website
Content Butler ist die Redaktion für Websites von Mediatoren und Beratern: Bestand pflegen, Beiträge in Ihrer Stimme, LinkedIn inklusive — mit Ihrer Freigabe. Wie das funktioniert · Preise
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